Montag, 9. Dezember 2013

Weihnachtsmarkt danach

Ja. Es hat sich gelohnt. Das in der Kälte stehen. Das Vorbereiten. Das Stand-dekorieren und "immer nur lächeln und immer vergnügt...". Es hat sich zweifelsohne gelohnt.
Allerdings ist das Foto von meinem Stand miserabel. Ich hab wohl zuviel an die Finger gefroren dabei. Oder so. Unscharf und langweilig.



Zumal ich erst fotografiert habe, als ich die Hälfte schon verkauft hatte. Jaja, im höchsten Grade unprofessionell!

Aber es hat sich gelohnt! Ich hatte dauernd zu tun. Vergass sogar streckenweise, dass ich an die Finger fror und zog die Handschuhe aus. Vergass, die anderen Kolleginnen auf dem Markt zu besuchen. Obwohl ich ja neugierig gewesen wäre und es ganz bestimmt vorhatte...

Und dann passierte doch tatsächlich, was ich hier in diesem blog schon befürchtet hatte: Kauft jemand ein Leintuch mit Monogramm, auch wenn es nicht die eigenen Initialen sind?

Was denn das zweite für ein Buchstabe wäre? fragte mich die Frau und zeigte auf das alte Leintuch.
"Ein S" sagte ich spontan. Dann schaute ich mir das Tuch noch einmal an und meinte, es könne allerdings auch ein "G" sein... "Ich nehme es, wenn es meine Initialen hat!" Ich war froh, das mit dem "S" so forsch behauptet zu haben. Es hätte wirklich auch ein "G" sein können. Aber sie hiess halt eben Andrea Stadler, oder Anna Sutter, oder Amelie Songe - ein Traum - ich hab sie nicht danach gefragt.


Sie heisst aber mit "S", das weiss ich sicher. Und hat jetzt ein Leintuch auf dem Tisch!

Freitag, 22. November 2013

Am 1. Dezember ist Weihnachtsmarkt

Haja, und so sieht's  bei mir derzeit aus:



Platz für irgendetwas anderes in meinem Atelier hat es kaum mehr. Die zerrissene Arbeitsjeans und das zu lange Nachthemd müssen warten. Alles ist in den Startlöchern für den Weihnachtsmarkt.










Eine ganze Sammlung Chriesisteiseckli, die ich ja neuerdings mit Rapssamen fülle, weil das so wunderbar angenehm ist und genauso gut aufgewärmt werden kann. Um den Hals gelegt, entspannt es einem von aller Unbill des Tages...




Bettwäsche. Wie sie entstanden ist, hab ich hier schon ausführlich beschrieben. Obwohl da noch viele Leintücher zur Verarbeitung herumliegen, ist jetzt erst einmal genug. Ich muss mich auf den Markt konzentrieren.

















Tischwäsche. Vorläufig sind zwei Tischdecken da, es gäbe noch drei weitere zu bearbeiten -
aber eben, siehe oben.










Bis hin zu Piquétüchlein für's Bad und Rohleinenlappen für die Küche.











Lavendelsäcklein aus kleinsten Stücken von alten Leinen- und Baumwollstoffen, das Stück für 13.50. alle fein säuberlich mit dem neuen Logo bezeichnet - was für ein Aufwand!




Das Sommerkleid aus einem Bettdeckenbezug aus Norddeutschland












Das Sommerkleid aus dem alten Unterhemd aus den 20-er Jahren - für eine zarte Frau mit wenig Busen, aber zauberhaft.









Jenes aus Vorhangstoff.













Eine Bluse mit Einsätzen aus Kreuzstichstickerei.












Eine Winterbluse mit Webeinsatz.








Schürzen, Schals, Kissen und vieles mehr. Dazwischen stehen drei Etagèren, ein Puppentorso mit drei verschiedenen Aufsatzkragen und - vier Papierpüppchen, die mir neulich eine alte Dame gebracht hat. Sie hatte Freude an meiner Begeisterung für alte Stoff und brachte mir darauf einmal zwei Leinenschürzen. Jetzt ist sie wieder aufgetaucht mit Bastelmaterial für die Kinder vom Quartiertreff, wo ich Werkstattleiterin bin. Darunter diese vier Anziehpüppchen. Man kennt das: Die Kleider sind mit kleinen Laschen versehen, und so kann man die Figürchen an- und umziehen. Wenn man denn mal endlich alles schön ausgeschnitten hat! Es war jeweils mühselig und Mamis Nagelschere war ziemlich hilfreich. Diejenigen aus meiner Kindheit hatten Petticoats und weit abstehende Kleidchen mit hübschen Kragen, Faltenröcklein und Kniestrümpfe. Das hier ist viel früher entstanden und ein Nachdruck. Aber es wird definitiv meinen Marktstand verzieren!

















Ich freu mich, aber es gibt noch viel zu tun.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Bettwäsche zum Zweiten

Es ist absolut jämmerlich auf einer Tastatur zu tippen, wenn man sich vor dem Abendessen die oberste Spitze des Mittelfingers abgeschnitten hat! Manche Messer sind unheimlich scharf. Und jetzt also noch die heutige Arbeit beschreiben - mit diesem Finger! Ich bin ja selber schuld. Ein weiteres Mal. Ist immer dasselbe...
Also. Bettdeckenbezug. Duvet, sagen wir. Denn zu den Kissen (unten) muss ja eine Decke her. Und das ist eine Möglichkeit, endlich einmal eines jener zahlreichen Leinentücher zu verarbeiten, die schon seit ewigen Zeiten in unseren Schränken liegen. Dieses hat ein speziell schönes Monogramm:


F-H. Frieda Hürlimann. Faustina Haussmann, Franziska Huber, Filippina Henn... Ob das jemand, der zum Beispiel Otto Krummenacher oder Eulalia Kunz heisst, kauft? Ich meine, man könnte sich ja auch einfach nicht betroffen fühlen, wenn man andere Anfangsbuchstaben hat. Trotz der seltenen Schönheit des Monogramms.

Der Stoff ist altes Leinen, leicht ecru -solcher Stoff ist wahrscheinlich nie weiss, jedenfalls wurde er nie gebleicht.
Rückseite des Bezugs: Ein weiteres Leintuch. Verschluss über fünf Bindebänder, die man in Knopflöcher einfädelt. Das Ganze 160 mal 200 cm gross. Und sicher schon sechs bis  Mal sieben gewaschen, damit es auch wirklich sauber ist. Und gebügelt. Fertig lustig!


Ein zauberhaftes Ensemble 

Ich merke schon, ich bin etwas tippfaul. Also lass ich's für heute. Das Bettzeug hab ich wenigstens fertig gemacht. 


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Einfach Spitze!

Spitzen sind ewig gefährlich für mich. Dabei liegen sie in Brockenhäusern und auf Flohmärkten beileibe nicht mehr einfach so herum. Nein, das was da noch herumliegt, ist meist fast neu, Maschinenspitze, schlechte Qualität und ziemlich kitschig. Wenn dann doch etwas Schönes herumliegt, ist es meist entweder zu kurz oder an entscheidenden Stellen löchrig - da muss einem die Spitze selber schon sehr überzeugen, dass man da zugreift. Das hier war so ein Teil:

St.Galler-Unterwäschenspitze vermutlich, ganze 50 cm breit, vielleicht für einen Unterrock, ein hauchfeiner Baumwollbatist mit Biesen - schlicht zauberhaft.
Das Muster mit Anlehnungen an den Jugendstil und bestimmt aus den ersten 2 Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts.










Also gingen da Jahre ins Land, bis ich jetzt im Brocki fündig wurde. Und das lässt mich dann einfach immer wieder staunen; das etwas so lange hält, so lange aufbewahrt wird! In welchen Schachteln und Schränken hat es wohl seine hundert Jahre verbracht, um dann, wenn die Grossmutter oder Tante endlich ins Altersheim zügelt, zusammen mit anderen Flicksachen, ins Brockenhaus gebracht zu werden? Wer hat es wann in all den Jahren in Händen gehabt und wahrscheinlich genau wie ich entschieden, dass es schlicht zu schön ist zum Wegwerfen? Das Werk höchstwahrscheinlich eines St.Galler Textilarbeiters (oder einer -arbeiterin) der Zwischenkriegszeit. (Ein befreundeter Grafiker übrigens hat mir anhand dieses Teils genau erklären können, wie sowas hergestellt wurde. Er hatte seinerzeit noch eine Lehre in der St.Galler Textilindustrie gemacht - spannende Minuten mit einem Stück Schweizer Textilgeschichte.)


Aber selbstverständlich ist das wertvolle Stück Stoff zu klein für irgendeine sinnvolle Verarbeitung, es ist ganze 80 cm breit. Was fängt man damit schon an? Zumal es, wenn man alle Löcher und geflickten Stellen, oder zumindest fast alle, berücksichtigt, noch kleiner wird.





Weiter arbeite ich ja gerade an Bettwäsche aus Leinen. Leinen ist etwas vom Angenehmsten zum Schlafen; im Sommer kühl, im Winter warm. Ich habe manchmal das Gefühl, es hält die Haut nachts lebendig.
Aber na ja, Bettwäsche ist auch nicht unbedingt etwas, das durch Kleinförmigkeit auffällt.
Schweren Herzens hab ich halt schliesslich das Längs- und das Quermuster voneinander getrennt.

Zwei zueinander passende, wenn auch verschiedene Kopfkissen sind so aus dieser Spitze daraus geworden. Standardgrösse. Mit Bänderverschluss. Und aus dem Rest entstand noch ein Kirschkernkissen - für die warmen Füsse.




Sonntag, 18. August 2013

Der violette Unterrock.

Sie fand eigentlich ein Leben lang, violett sei die grauenhafteste Farbe überhaupt. Und sie würde nie, aber gar nie etwas Violettes tragen.  Bis sie von einem violetten Unterrock träumte, während eines Mittagsschlafes, und das auch noch laut kommentierte. Alle bekamen es mit, die in der Wohnung waren damals, nur sie selbst nicht. Was Träume alles zu Tage fördern!
Aber eben, sie hat halt nicht von einem violettem Unterrock geträumt, sondern wahrscheinlich von einem in aubergine. Aubergine klingt nicht nur besser, es ist auch zweifelsohne schöner. Erinnert nicht mehr an "Frauenbewegung", ist eine weiche, warme Farbe, ohne all zuviel Esoterik. Ja - ich weiss, das ist subjektiv, sehr sogar - na und?



Der Unterrock hier war einmal rosa. Schweinchenrosa um genau zu sein. Die Spitze beige - so wie man das halt in früheren Jahren so trug. Unterwäsche eben. Dafür in reiner Seide. Ein Traum schon zum Anfassen.

Ein bisschen Farbe hat ihn nun verwandelt. Und es freut einem natürlich, wenn die Sachen mit Baumwollfaden genäht wurden. Hat den unschätzbaren Vorteil, dass der die Farbe ebenfalls annimmt, und nicht so hartnäckig rosa bleibt.

2 mal hab ich gefärbt, bis das gewünschte Resultat erreicht war.
Dann brauchte es eigentlich nur noch einen Reissverschluss und etwas Einnehmen.






Wo das gute Stück her ist?
Natürlich aus dem Brocki - hat ganze 5 Franken gekostet. 

Sonntag, 4. August 2013

nur 1 und wirklich nur eins

Sommer.
Und frisch gezügelt.
Dorthin, wo derzeit die Stockrosen blühen und die Fliegen nerven. Dorthin, wo an lauen Sommerabenden in schönster Idylle plötzlich Nachbars Heutrockner brummt und wo der andersnachbarliche Hahn den ganzen Tag immer wieder mal kräht - als würden ehemalige Städter eben diesen in eben dieser Umgebung ständig verschlafen wollen.
Dabei war man in den letzten Tagen schon temperaturbedingt um halb sieben auf den Beinen. Es tut nicht gut zu jäten bei 35 Grad!


Frisch gezügelt und noch halb in den Schachteln.


Hier soll nun endlich Zeit sein für diesen Blog.
Für "Nur 1"; für immer nur eines von - naja, halt von all den Dingen, die in meinen Händen enstehen.



Es gibt einfach von jedem nur eines. Das ist so. Aus meinem Atelier und unter meinen Händen kommt von jedem immer nur eines heraus. Vielleicht, weil ich, wenn ich mit dem Einen fertig bin, den Kopf schon beim nächsten habe. Vielleicht, weil ich auch keine Lust habe, zweimal dasselbe zu machen.
Meistens aber ganz einfach deshalb, weil, das Material nicht für mehr reicht.

Mein Material kommt aus Fundgruben, Brockenhäusern, Flohmärkten - und ist schon daher einzig. (Oder schon mal in einem Brocki two of a kind gefunden?). Da liegt ein zauberhaftes Endchen Spitze - ja, soll man das denn nu einfach dem Reisswolf überlassen? Der Spiegel passt genau, auch wenn er stellenweise schon blind ist - müsste nur weiss sein. Bettdecke, reines Leinen, mit Spitzenbesatz - das gibt's doch gar nicht mehr!


Mein Liebstes ist das Textile; und auch wenn  ich schon alle möglichen anderen Materialien verarbeitet habe, Holz, Keramik und Metall in Händen hatte, zu guter Letzt lande ich immer wieder bei Stoffen.

Ich hab mir vorgenommen ab und zu zu veröffentlichen, was da entsteht. Um es zu zeigen. Und um es zu verkaufen. Die meisten Dinge kann man erstehen, wenn man denn möchte. Sie werden nicht teuer sein. Und verpackt und verschickt ist schnell - es lebe die Post!