Dienstag, 13. Januar 2015

Frühling?

Es dauert manchmal länger als man meint. Nicht mit dem Schnee, der ist bereits einer frühlingshaften Temperatur gewichen, nur Reste im Halbschatten.


Und dort, wo sich die Solarpanels auf dem Scheunendach im Tauwetter ihrer Last mit einem Schwung entledigten und die Hundsrose zudeckten. Zwei bis drei  Kubikmeter weichen Schnees aufs mal -und wir produzierten per sofort wieder Strom.



Im Hintergrund ist erkennbar, was der schmelzende Schnee sichtbar gemacht hat: Mäusehaufen. Manchmal machen sie ihre Gänge direkt unter der Schneeschicht, das sieht dann so aus:


Gut zu tun - im Frühjahr. Nein, mit der Schreiberei hat es länger gedauert. Aber eben - wie war das mit den guten Vorsätzen zum neuen Jahr?

Derweil hat mich eine Frau aus dem Dorf mit der Herstellung einer Zugluftrolle beauftragt, die sie braucht, um ihre Küchentüre im Winter abzudichten. Eine Weile lang war es ja auch wirklich kalt hier herum. Mittlerweile könnte man fast denken, der Frühling habe schon begonnen.
Ich hab die Rolle mit Wolle gestopft und zum Beschweren Kirschsteine hinein gearbeitet. So bleibt sie am Ort liegen, weil ja allein die Kirschsteine ein ganzes Kilo schwer sind.


Ausgefeilt ist das Produkt allerdings noch nicht, man muss ja die Hülle einfach waschen können. Und das geht nur mit einem Inlet, das sich rausnehmen lässt. Man muss das Teil also noch optimieren.
Beim nächsten Schneefall!




Montag, 29. Dezember 2014

Endlich...

Alle haben darauf gewartet. Am dringendsten die Skiorte. Weniger wohl die Flachländler. Am wenigsten die Autofahrer mit Sommerreifen.




In den Städten ärgern sich die ersten schon über Pflotsch - hier stimmt man die Schneeschauflerei vor der Haustüre auf die Zeiten des Schneepfluges ab, das erspart einem Arbeit. Und man übertrumpft sich gegenseitig mit Schneefräsen! Wo man's vor weihnachten noch mit aller Arten Beleuchtung, Schneemännern und Nikoläusen tat, reicht jetzt nurmehr das tolle Gerät aus dem Baumarkt. Wer kann schneller, grössere Fläche und vor Allem schwärzer - als ob das bei soviel Weiss das Ziel sein könnte. Unsere Nachbarin schüttelt jedenfalls den Kopf über uns, die wir es bei je einem Weglein zum Briefkasten, zum Vogelhaus und zum Kompost bewenden lassen. Was sind diese Städter faul! Aber unser Auto kann eben ganz alleine aus dem Schnee raus! 

Heute morgen sah es kurzfristig sogar so aus



Jetzt schneit es wieder. Wenn wir komplett eingeschneit sind, blog ich wieder. Vielleicht entsteht dazwischen was im Atelier - viel anderes kann ich eh nicht machen...



Montag, 24. November 2014

Die geheimnisvolle Blechbüchse

Solche Dinge passieren nicht so oft im Leben. Ich hab grad das Gefühl, jemand hat mir ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht:

Sehr älteres Ehepaar hat eine Züglete vor sich. Zieht um von einer Vier- in eine Zweizimmerwohnung. Muss reduzieren, was sich in all den vielen Jahren im Haushalt so angesammelt hat, sichten, was eigentlich noch im Keller und im Estrich... eine beinahe unendliche Geschichte also. (Keine Angst, ich werde sie nicht komplett erzählen!) Einige von diesen verlorenen Dingen, die man  wohl vergessen glaubte, landeten durch Zufall bei uns im Quartiertreff (an meinem Arbeitsort): Der Hochzeitsfrack zum Beispiel; Monate später der dazugehörige Zylinder, schliesslich ein wahrhafter Stetson, dann Fliege und Handschuhe zum Frack. Was ich denn sonst noch brauchen könne, fragt mich die Frau, und, da wäre noch eine Schachtel voll Spitzen...
In meinen Augen muss es geleuchtet haben. Ich zeigte den beiden diesen blog und ein paar meiner Werke. Und am Tag darauf kamen sie wieder mit dieser geheimnisvollen Büchse:


Einmal offen sah das dann so aus:


Wo doch gerade jetzt, nach so viel Arbeit für die Märkte, meine Vorräte an Spitzenband langsam zur Neige gehen.
Leintuchspitze, handgehäkelt:


Braucht vielleicht ein bisschen Javelwasser. Und das hier ist 20 cm breit:



Jede Menge feinste Spitzenbänder:





Ich kann hier gar nicht alles zeigen. Und schliesslich ein Kragen, auf Seide!


Ich habe viel zu tun nächstes Jahr.
Ideen wären bereits da. Umsetzung wartet jetzt aber bis 2015. Vorläufig Weihnachten, Märkte und kalte Füsse. Nächsten Sonntag, 30. November, den ersten. Ich freu mich.
Und sag den beiden herzlich und hiermit auch noch öffentlich danke!


Montag, 27. Oktober 2014

Heimat für einsame Socken

Wir kennen es alle: Die Wäsche ist gemacht, aber von zwei Socken fehlt der Partner. Vermutlich vom kleinen, gelben Sockenfresser verschlungen oder gar auf jenem Planeten gelandet, der laut Aussage eines Bürokollegen doch tatsächlich nur aus verlorenen Socken besteht.

Joachim Ringelnatz hat einst in einem Gedicht, allerdings Handschuhe betreffend, genau beschrieben, wie man sich in dieser Situation so fühlt:

Fand meinen einen Handschuh wieder

Als ich den einen verlor
warf ich den andern ins Feuer.
Und kam mir wie ein Verarmter vor
Schweinslederne sind so teuer.

Als ich den ersten wiederfand
"Shake hands, du ledernes Luder!
Dein eingeäscherter Bruder
und du und ich - im Dreierverband,
da waren wir reich und mächtig.
Jetzt sind wir niederträchtig."

Nun sind Baumwollsocken nicht so teuer wie Schweinslederne, trotzdem fehlt einem die zweite Hälfte zuweilen schmerzlich. Und man mag ja auch nicht immer originell sein und zwei verschiedene Socken tragen. Deshalb jetzt also die "Heimat für einsame Socken"




So haben die Verlassenen ein Plätzchen, wo sie gottergeben auf ihre besseren Hälften warten können. Wir Sockenbesitzer aber haben einen sicheren Ort für die einsamen Existenzen, wo wir sie, sollte denn Nr. 2 wieder auftauchen, auch wieder finden würden. Sollte das Auftauchen wider Erwarten nicht geschehen, kann man ja Nr. 1 immer noch wegwerfen.
Eine zweifelsohne praktische Einrichtung für alle mehr oder weniger Vergesslichen. 

Voilà, die ersten drei Exemplare:






Schon gemerkt? Ich bereite mich auf die Weihnachtsmärkte vor. Ich fabriziere sinnvolle Weihnachtsgeschenke.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wenn die Blätter fallen...

... droht schon bald Weihnachten.
Beruflich ist das bei uns schon so, die Adventszeit dräut (was für ein Wort!) manchmal schon vor den Sommerferien. Jene, die für die organisierte Besinnlichkeit des Publikums verantwortlich sind, sollen sich frühzeitig in Weihnachtsguetslistimmung versetzen.

Sobald sich das bei mir eingestellt hat, kommt auch der Gedanke an den Weihnachtsmarkt. Dieses Jahr werden es bei mir sogar 2 sein: Ich bin mit meinen Sachen am 30. November am Engemer Weihnachtsmarkt und am 7. Dezember am Heiligen Bimbam im Plaza in Zürich (vis-à-vis Bezirksgebäude, falls jemand Lust hat). Das heisst, es braucht Material, weihnachtsmarkttaugliche Dinge, eher klein, dafür als Geschenke geeignet und nicht allzu teuer.

Also das Vorhandene durchgepflügt und eine Liste erstellen.




Dieser Stoff hier scheint mir zum Zerschneiden ein wenig zu schade. Leinen, vom Handwebstuhl. Immer wieder sehe ich das, so ein Webstuhl in einem Haushalt war halt nicht sehr breit. Hier zum Beispiel nur gerade 64 cm. Links und rechts eine Webkante. Und wenn es dann als Tischtuch hätte herhalten müssen, dann mussten halt 2 oder sogar 3 Bahnen her. Miteinander fein säuberlich mit kleinsten Stichen vernäht. Man sieht's manchmal kaum von blossem Auge.
Und dann sogar noch Monogramm und Jahreszahl:


Aber er hat Löcher, deshalb als Ganzes, als Tischläufer beispielsweise... Flicken?













Da tut es doch ein Rest Spitzendeckchen aus meiner Sammlung. Das Auftrennen der einzelnen Teile ist zwar relativ mühsam, aber vielleicht lohnt es sich ja.





Neun solcher Teile hab ich gebraucht, denn das Stoffstück hat 9 Flicken, Löcher oder sonstige Schadstellen.




Jedes einzeln mit Heftfaden festgemacht, damit es beim Nähen nicht rutscht.

Und dann los von Rom (pflegte meine Grossmutter zu sagen, wenn wir jetzt endlich gehen sollten...) Ab unter die Nähmaschine.




Rändchen? Einfassung der Webkanten? Noch eine Spitze  am Abschluss? Nein, es reicht. Ist alles perfekt und gut so. 
Tischläufer 64 mal 183 cm. Erhältlich am Weihnachtsmarkt. Demnächst.










Montag, 22. September 2014

Spitzen

Träume sind vielseitig und manchmal wunderbar. Lag ich doch im Halbschlaf, davon träumend, dass in meiner Heimatstadt ganz viele Theater entstanden wären. Es gab sogar Strassen, an denen sich deren mehrere befanden! Kann ja nur ein Traum gewesen  sein. Und ein grosses Theatermuseum, dessen Besucher alle zuerst einmal in die Zeit von Shakespeare versetzt wurden - mittels Kostümen. Spitzen überall!

Heutzutage muss man Spitzen anders verwenden, wenn sie getragen werden sollen. Heutige Klöpplerinnen tun gut daran, ihre Werke gleich als Schmuckstücke zu konzipieren, anders würden sie sie vielleicht nicht verkaufen.





Denn das ist es: Schmuck. (Nein, diese Spitzen sind nicht handgeklöppelt - das kommt aus dem Forster-Rohner-Ausverkauf)

Zu kompliziert für unseren Alltag? Als Schmuck zum Pullover?

Es ist wie Hüte im Alltag, etwas für Mutige.

Und solche, die nicht schweinigeln.

Man will ja nicht, dass so etwas schmutzig wird.

Schon weil einfach in die Waschmaschine schmeissen nicht geht.

Weiss ist deshalb eine risikofreudige Farbe. Und Risiko mag ich nun mal, auch wenn ich mit dieser Maxime in meinem Leben schon oft auf die Schnauze... Meine Schneiderpuppe Frau Stockmann fühlt sich jedenfalls wohl. Hauchdünner Viscosejersey und ein Spitzeneinsatz. Forster Rohner zum Dritten:




Grösse 42, 155.-.


Montag, 25. August 2014

Emmentaler Essigbirnen

Der kühle Sommer wird nahtlos zum Herbst. Man hat kaum hingeschaut, ist der wilde Wein am Lebhag rot und der Kirschbaum verliert seine Blätter. Der Sonnenschirmständer steht ein bisschen verloren im Rasen; man braucht ihn kaum. Und am Spalier reifen die Williamsbirnen.

Das geht jeweils fast zu schnell, man muss aufpassen, dass man sie nicht verpasst. Und von den Wespen gefressen werden.
Grad gross sind sie dieses Jahr nicht geworden, dafür zahlreich. Weil die Insekten im Frühling ganze Arbeit geleistet haben.
Und sie sind unglaublich gut. Als die Kinder noch im Haus waren, hat so eine Ausbeute jeweils nicht lange angehalten; die Früchte waren im Nu gegessen.
Allerdings werden sie leider schnell mehlig, deshalb empfiehlt es sich, die Früchte einzumachen. Birnen kann man sehr delikat in einem Sirup aus Essig, Zucker und Senf in Essigbirnen verwandeln. Gewürzt wird mit Nelken, Pfeffer und einer halben Zimtstange. Zum Einmachen braucht man eher die kleinen Exemplare der Birnen. Sonst passen sie ja nicht in die Gläser. Man stelle sich nur die "Plastikbirnen" aus dem Supermarkt vor!































Die Birnen werden ganz oder halbiert im Sirup weichgekocht, in Gläser abgefüllt und diese bis zum Rand (wichtig!) mit Sirup ergänzt. Gläser gut verschliessen und  das Glas einmal umdrehen, dann auf einer hölzernen Unterlage abkühlen lassen. Kühl und dunkel gelagert halten sich die Birnen ein Jahr. Es macht jedoch Sinn, sie zu essen, denn sie schmecken ausgezeichnet zu Siedfleisch oder Berner Platte....

















Im Fläschchen befindet sich übrigens der Rest Sirup, fast eingedickt vom vielen Kochen. Das kann ich vielleicht mal zu einer Sauce zu Wild oder so verarbeiten.